Statik vs. Dynamik

Die Umstellung von meiner statischen auf eine dynamische Homepage (endlich, endlich!!!) nehme ich zum Anlass für ein Paar Gedanken zu Statik und Dynamik.

Wie im Physikstudium gelernt, sind beides Teilgebiete der klassischen Mechanik. Statik befasst sich mit Kräften in unbewegten Systemen, Dynamik erweitert dies auf bewegte und beschleunigte Systeme. Statik funktioniert gut, solange alles am Ort bleibt oder sich nur sehr langsam bewegt. Dies ist in der Physik nicht anders als im „richtigen“ Leben, bei Homepages oder Unternehmen. Den Gesetzen der Trägheit folgend, tun sich statische Systeme oft schwer, sich unter dynamischen Bedingungen zu behaupten. Sie müssen für eine zunehmende Dynamik „fit gemacht“ werden, oder erleiden Schiffbruch.

Statische Homepages sind heute bereits veraltet (Asche über mein Haupt…) und werden ersetzt durch dynamische Seiten mit Blogs, soziale Medien etc. – chi frena perde (sic). Dies kann noch relativ einfach durch einen „dynamischen Update“ und aktives ver- und einklinken adressiert werden.

Im „richtigen Leben“ und bei Unternehmen ist dieser „Update“ etwas komplexer. Viele traditionelle Lebens-, Berufs- und Unternehmensmodelle sind statisch gut aufgebaut, aber stark gefordert in einer zunehmend beschleunigten Epoche, wie wir sie derzeit durch Digitalisierung, Automatisierung, Big Data etc. etc. erleben. Das traditionelle „Gring abe u seckle“ funktioniert da nur noch schlecht – Business-Modelle müssen grundsätzlich überdacht werden, „Customer Journeys“ ersetzen klassische, kundenorientierte Prozesse, die Strategie muss an immer schnellere Zyklen und „Market Disruptions“ angepasst werden – gleichzeitig muss „agil“ geplant, implementiert und wieder verbessert werden.

Sind diverse Grossunternehmen schon an diesen Herausforderungen gescheitert, oder im Begriff, es zu tun, sind insbesondere traditionelle KMU stark herausgefordert, um in teils sehr statischen und komplexen Strukturen rechtzeitig die erforderlichen und auch machbaren Veränderungen einzuleiten, um mit der atemberaubenden Dynamik Schritt zu halten.

Statische Erfolgsfaktoren wie Stabilität und Funktionalität müssen im Eilzugstempo ergänzt werden durch Flexibilität, Geschwindigkeit, Resilienz und Vernetzung. Zusätzlich müssen Strukturen vereinfacht, „dynamisiert“ oder komplett abgeschafft werden. Dies kann oft nur durch schmerzhafte Fokussierung und Komplexitätsreduktion erkauft werden, um die Trägheit auf ein Minimum zu reduzieren, und die Schlagzahl mit sich änderndem Fokus auf „Moving Targets“ erhöhen zu können. Dies wiederum stellt Eigentümerwerte und Management-Verantwortung gerade in kleineren Unternehmen vor schwerwiegende Entscheidungen, die allerdings nicht allzu lange aufgeschoben werden können, ohne die Trägheitsgesetze zu stark herauszufordern.

Goodbye „Comfort Zone“… In Homepages, Unternehmen und im „richtigen Leben“ ist die Statik durch die Dynamik zu ersetzen!

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