#Digitalisierung #Geschäftsmodelle #Strategie ?

Mega-Buzzwords wie „Digitalisierung“ haben es an sich, dass eifrig diskutiert werden kann, was es bedeutet – und was es eben nicht bedeutet. Verstehen einige bereits die Einführung des PC als Digitalisierung, sind andere der Meinung, dass mit der „Digitalisierung“ alle Produkte, Aktivitäten und Personen nur noch in Bits und Bytes existieren. Einige Firmen erachten sich bereits als digitalisiert, wenn eine Webseite und ein e-Commerce Modell besteht – andere erst mit der vollständigen Umstellung auf digitale Geschäftsmodelle.

Digitalisierung

Nach diversen Diskussionsrunden und dem Studium etlicher Blog-Posts und Artikel komme ich in etwa zu folgender Definition der Digitalisierung: Auf Basis der Komponenten „e-Business“, „internetbasierte Wertversprechen“ und „intelligente Wertketten“ kann die Digitalisierung in einer beliebigen Kombination davon bestehen. Sind alle Elemente integriert, resultiert ein digitales Geschäftsmodell, welches Nutzenversprechen, Leistungserbringung und Ertragsmechanik in den virtuellen Raum verlegt und völlig neue Modelle und Strategien ermöglicht. Beispiele sind Airbnb und Uber, welche ohne eigene Assets zu besitzen Hotel- und Taxi-Dienste erbringen.

Die Möglichkeiten von digitalen Geschäftsmodellen sind faszinierend und unerschöpflich. Fast täglich entstehen neue Modelle, welche die analogen Modelle sowie auch bestehende Strategien frontal angreifen. Für viele Firmen stellt sich nun die Frage, wie die sich rasch verändernden digitalen Märkte und Ökosysteme strategisch adressieren lassen.

Geschäftsmodelle

Ein Geschäftsmodell, ob digital oder analog, ist keine Strategie. Ist keine Strategie (sic). Das Geschäftsmodell bildet ab, wie Kunden mit Produkten und Dienstleistungen angesprochen werden, wer und was diese sind, wie die Leistung hergestellt wird und wie ein Nutzen für den Kunden und das Unternehmen generiert wird. Das Geschäftsmodell ist ein entscheidender Faktor für den Unternehmenserfolg, ersetzt aber keine Strategie. Zu einer Strategie fehlt die vorausschauende Dimension, welche erforderlich ist, um den längerfristigen Erfolg eines Unternehmens sicherzustellen.

Strategie

Die „Längerfristigkeit“ von Strategien erzeugt mehr und mehr Unbehagen, und wird in Frage gestellt in einer Zeit, in der gestrige Pionier-Angebote morgen schon zu Ladenhütern werden und „Disruption“ die neue Normalität darstellt. Um sich aber längerfristig nicht dem Spielball der Veränderungen auszusetzen, müssen mehr denn je die Mechanismen verstanden werden, nach denen sich Industrien mit der Zeit verändern, müssen pro-aktive Strategieansätze angewendet werden und Resilienz in die Strategien eingebaut werden.

Dies gilt insbesondere bei zunehmend digitalen, vermeintlich zukunfts-orientierten Geschäftsmodellen, welche in immer schnellerem Rhythmus von neuen Modellen abgelöst werden. Werden digitale Geschäftsmodelle bereits als Strategie verstanden, und nicht in eine eigentliche Strategie eingebettet, droht rasch die Gefahr, dass sie digitalen Staub ansetzen.

Um dies zu verhindern, ist eine gute, umsetzbare und resiliente Strategie – auch wenn vielleicht in einer 4.0 Version – nach wie vor unverzichtbar.

Was ist eure Meinung dazu?

Frank Brechlin

frank@brechlinconsulting.com

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